Wie Kann ich

mit Schmerz umgehen?

Schmerzen wollen unsere volle Aufmerksamkeit

Schmerzen sind sicherlich nicht angenehm, daher ist es mehr als verständlich und durchaus überlebenswichtig Schmerzen vermeiden zu wollen. Doch manches Mal ist es nicht möglich Schmerzen zu verhindern. Jeder Mensch hat mehr oder weniger intensiven Schmerz in seinem Leben erlebt. Natürlicherweise wollen wir diese Erfahrung nicht wiederholen und entwickeln komplexe Mechanismen um das Schmerzempfinden scheinbar zu reduzieren.

 

Dadurch erschweren wir jedoch den Heilungsprozess. Denn viel Energie, die wir für die Heilung benötigen, fließt dann in die Schmerzvermeidungsstrategien. Indem wir unseren Geist ablenken, unsere Muskeln anspannen und den Atem anhalten, lenken wir unsere Aufmerksamkeit weg vom Schmerz. Aber Schmerzen sind genau deshalb so unangenehm, damit wir ihnen unsere volle Aufmerksamkeit schenken. Es ist wie ein gesundes Alarmsystem im Körper, welches uns aufzeigt, dass wir uns um etwas kümmern müssen. Schmerz macht uns bewusst, dass unsere Existenz irgendwann endet, und zeigt uns die notwendigen Grenzen, um zu überleben.

 

Schmerzen sind ein Indikator für eine nötige Veränderung

Unmittelbar und dringlich fordern uns Schmerzen auf etwas in unserem Leben zu verändern. Schmerzen motivieren uns eine neue Richtung einzuschlagen und nach neuen Lösungen zu suchen. Schmerzhafte Erfahrungen sind oft sehr intensiv. Es macht uns kreativ und lässt uns aus unseren Fehlern lernen.

 

Indem wir zulassen, dass Schmerz ein Teil unseres Lebens ist, finden wir neue Wege, die wir davor vielleicht nie gegangen wären. Es schärft unseren Verstand und gibt uns Klarheit für die wesentlichen Dinge in unserem Leben.

 

Seelische und körperliche Schmerzen sind häufig nicht trennbar

 

Lang anhaltende seelische Schmerzen verursachen häufig körperliche Symptome und chronischer körperlicher Schmerz beeinflusst unsere Psyche. Wenn wir uns über viele Jahre in Lebensumständen befinden, die für uns unerträglich erscheinen, ist es nur eine Frage der Zeit, dass der Körper auf dieses Unbehagen reagiert. Vielleicht bekommt man chronische Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Verdauungsprobleme. Im schlimmsten Falle entwickeln sich sogar Krankheiten daraus.

 

Auf der anderen Seite beeinträchtigen körperliche Symptome maßgeblich unseren seelischen Zustand. Chronische Schmerzen führen zu Konzentrationsschwierigkeiten, beeinflussen unsere Beziehungen und beeinträchtigen unsere Stimmung. Es ist insofern wichtig seinem Körper zuzuhören und ihm Aufmerksamkeit zu schenken.

 
 

Wie kann ich dem Leben vertrauen?

Das Leben ist unberechenbar und voller Überraschungen

Es ist scheinbar kontrovers dem Leben zu vertrauen, wenn es doch so unberechenbar ist. Unser Bedürfnis die Umwelt zu kontrollieren, beruht oft auf der Angst vor dem Unbekannten. Tatsache ist, dass wir nicht einmal wissen, was in der nächsten Minute passiert. Dies ist zweifellos beängstigend. Gleichzeitig garantiert es uns, dass das Leben immer überraschend und voller Abenteuer bleibt. Je mehr wir uns der unvorhersehbaren mysteriösen Realität hingeben, desto mehr können wir lernen zu vertrauen. 

 

Vertrauen ist keine Emotion, sondern ein physischer Seinszustand

 

Häufig haben wir die Vorstellung, dass Vertrauen wie eine Emotion ist, die kommt und geht. Aber eigentlich beschreibt es vielmehr den natürlichen Seinszustand des Körpers. Wir werden geboren mit einem Urvertrauen, einem Vertrauen, dass alles seine Ordnung hat.

 

Je älter wir werden, desto mehr hinterfragen wir diesen Zustand. Wir limitieren unser Vertrauen, aus Angst verletzt zu werden. Dadurch limitieren wir gleichzeitig unsere Freude am Leben und unsere Bereitschaft Risiken einzugehen. Das Leben wird monoton und eingeschränkt. Unser Urvertrauen geht jedoch niemals verloren. Über unseren Körper können wir zu diesem Zustand zurückkehren.

 

Es gibt nur blindes Vertrauen, alles andere ist ein Deal

Unsere Gesellschaft könnte ohne Vertrauen nicht existieren. Wir unterscheiden uns insofern von Tieren, als wir im Gegensatz zu ihnen einem völlig Fremden vertrauen können. Wir vertrauen Wissenschaftlern, dass sie uns die richtigen Fakten darlegen; wir vertrauen einem Arzt uns zu heilen; wir vertrauen einem Piloten uns sicher ans Ziel zu bringen. Und trotzdem tragen wir manches Mal die Glaubenssätze in uns: „Ich kann doch nicht einfach blind vertrauen!“  „Man muss sich mein Vertrauen schon verdienen.“ „Was passiert, wenn mein Vertrauen enttäuscht wird?“

 

Jede Form des Vertrauens ist blind, ansonsten wäre es kein vertrauen mehr, sondern ein Businessdeal. Ich gebe etwas und im Gegenzug erwarte ich eine Leistung zurück. Vertrauen ist das Gegenteil von Wissen und Erwartungen. So kann vertrauen niemals enttäuscht werden, denn in dem Wort „Enttäuschung“ sind die Erwartungen schon inbegriffen.

 
 

Wie kann ich Lernen Angst als Quelle der Energie zu nutzen?

 

Temporäre Angst ist entscheidend für unser Überleben

Im ursprünglichen Sinne ist Angst eine überlebenswichtige Reaktion um in Momenten der Gefahr schneller agieren zu können. Ohne Angst könnten wir nicht überleben. Unser Körper entwickelte erstaunliche Mechanismen, um unsere Aufmerksamkeit temporär zu schärfen und unser Energieniveau zu steigern. So sind wir fähig schnelle Entscheidungen zu treffen und das Bewusstsein für unsere Umgebung zu erhöhen. Durch eine erhöhte Atemfrequenz wird Energie im Körper freigesetzt um sofort handeln zu können. 

 

Wiederkehrende Angstmuster aus der Vergangenheit verzerren die Realität 

Oft fühlen wir Ängste, die längst nicht mehr real sind. Die Erinnerung an traumatische Erfahrungen aus der Vergangenheit, signalisieren unserem Körper Gefahr, obwohl wir uns in der Gegenwart an einem absolut sicherem Ort befinden.

 

Es scheint, als müsse man immer und immer wieder die gleiche Erfahrung durchleben. Sich rational bewusst zu machen, dass sein Gefühl nicht der Realität entspricht, hilft häufig wenig, denn der Körper hat diese Reaktion gespeichert und wiederholt die gleichen körperlichen Verteidigungsstrategien. Diese Erinnerungen verzerren die Realität und beeinflussen unsere Lebensqualität immens. Wenn wir lernen unsere Aufmerksam in diesen Momenten auf den Körper zu richten, die automatischen Reaktionen bewusst wahrzunehmen und zu lösen, sind wir präsent und gegenwärtig um im Hier und Jetzt agieren zu können.

 

Angst annehmen als Energiequelle

In unserer Kultur wird Angst generell als etwas Schlechtes, Unangenehmes wahrgenommen. Häufig gibt es sogar den Glauben, dass Angst zu haben Schwäche bedeutet. So fließt viel Energie in das Vermeiden oder Kontrollieren von Angst. Wir Erstarren im Körper und halten unseren Atem an in der Hoffnung, dass die Situation einfach vorübergeht, auch wenn es manches Mal Jahre anhält. Oder wir kreieren unsere Umstände so stabil, dass unser Leben mehr und mehr farblos und langweilig erscheint.

 

Die Erfahrung von Angst ist sicherlich keine angenehme, doch wenn wir versuchen Angst zu vermeiden, wird die Erfahrung unerträglich. Man fühlt sich dem Leben ausgeliefert und ist im schlimmsten Fall gar nicht mehr fähig zu handeln. Es ist gewiss nicht hilfreich absichtlich beängstigende Situationen aufzusuchen, aber indem wir lernen Angst als Teil des Lebens anzunehmen, können wir sie als Quelle von positiver Aufregung und Lebendigkeit erleben. Denn Angst ist der ständige Begleiter jedes neuen Abenteuers und gibt uns die nötige Neugierde, um unsere Träume zu verwirklichen.

 

Was bedeutet Stress?

Stress ist keine Empfindung

„Stress“ ist ein Begriff, auf den wir uns gesellschaftlich geeinigt haben, um eine Form von Unbehagen zum Ausdruck zu bringen. Wir scheinen alle zu wissen was gemeint ist, wenn man sagt: „Ich bin gestresst!“ Doch tatsächlich ist es keine Emotion, keine Empfindung und kein Gefühl. Es sagt im Endeffekt nichts Spezifisches aus. Wir haben uns auf diesen Begriff geeinigt um die Emotion, die sich hinter dem Stress befindet, nicht preisgeben zu müssen. In unserer Gesellschaft ist es generell akzeptierter „gestresst“ zu sein, anstatt Angst zu haben, traurig zu sein oder Wut zu empfinden.

 

Viel Tun ohne Stress

Allgemein haben wir die Vorstellung, dass Stress bedeutet viel zu tun. Doch man muss nicht gestresst sein, wenn man viel an einem Tag erledigt. Wenn man die Tätigkeit gerne tut, kann es sogar ein Genuss sein. Wir können den ganzen Tag von einem Ort zum anderen rennen und physisch erschöpft sein, ohne Stress zu empfinden. Auf der anderen Seite können wir den ganzen Tag nichts tun und sehr „gestresst“ sein.

 

Hinter jedem Stress versteckt sich eine Angst

Häufig empfinden wir „Stress“, wenn wir eine Angst nicht erlauben. Angst wird prinzipiell als etwas Schwaches angesehen, wohingegen wir Stress wie einen Verdienstorden tragen.

 

Die Angst zu versagen oder die Angst nicht genug zu sein sind oft Auslöser für Stress. Es ist für viele Menschen schwer sich dies einzugestehen und so leben sie lieber mit dem permanenten Gefühl "gestresst" zu sein. Das Erkennen der spezifischen Angst hinter der Fassade von Stress ist schon der erste Schritt zur Veränderung. Wenn wir die Angst annehmen, können wir mehr Ruhe, Gelassenheit und Genuss in unsere Tätigkeiten bringen.

 
 

Wie kann ich meinen Körper nutzen, um präsent im Hier und Jetzt zu sein?

In der physischen Realität gibt es keine Vergangenheit oder Zukunft

Unser Körper ist immer im Hier und Jetzt, nur unser Verstand kann in die Vergangenheit oder in die Zukunft abdriften. Wir Menschen haben die Fähigkeit, vergangene Erlebnisse vor unserem inneren Auge lebendig wiederzugeben und uns zukünftige Szenarien detailliert vorzustellen. Dies ist in erster Linie nichts Schlechtes, denn Erinnerungen lassen uns aus der Vergangenheit lernen und das Visualisieren der Zukunft gibt uns die Motivation unsere Träume zu verwirklichen.

 

Doch wenn die Vergangenheit oder die Zukunft zum zwanghaften zentralen Augenmerk unseres Lebens wird, leben wir buchstäblich am Leben vorbei. Wir nehmen unsre Umgebung verzerrt wahr und reagieren mit Frustration auf nicht getroffene Erwartungen. Vielleicht fragen wir uns dann „Warum passiert mir das immer?“ oder wir treffen Aussagen wie „Ich habe mir mein Leben aber anders vorgestellt!“, oder „Wenn ich erst einmal das oder das erreicht habe, dann werde ich glücklich sein.“  Unsere Sinne und unsere physische Realität sind ein Tor um Schmerz aus der Vergangenheit und Erwartungen an die Zukunft loszulassen.

 

 

Jeder Moment ist einzigartig und neu

Es gibt keine Wiederholungen in unserem Leben. Jeder Moment ist völlig neu und kann als solcher erlebt werden. Je älter wir werden, desto öfter haben wir das Gefühl, dass sich Situationen oder Umstände wiederholen. Wir erleben die Realität wie einen ewigen, ermüdenden Kreislauf.

 

Tatsächlich kann man das Leben aber eher wie eine Spirale betrachten. Einige Situationen scheinen sich zu ähneln, können doch faktisch nie gleich sein. Wir erleben Dinge gleich, weil wir uns vor Schmerzen aus vergangen erlebten Situationen schützen wollen. In Wirklichkeit kreieren wir dadurch eine Wiederholung der Wahrnehmung und schränken damit unsere Optionen anders zu handeln ein.

 

 

Den gegenwärtigen Moment annehmen

Oft versuchen wir eine Veränderung zu erzwingen, indem wir den gegenwärtigen Moment bekämpfen. Durch Willensstärke und einen enormen Kraftaufwand versuchen wir vor dem Jetzt zu fliehen. Jedes Mal denken wir aufs neue: „Jetzt mache ich alles anders.“ „So kann es nicht bleiben.“ Doch bemerken wir nicht, dass wir vielleicht den gleichen Gedanken schon vor fünf Jahren hatten und dadurch immer gleich handeln. Manches Mal ist die größte Veränderung die Menschen machen, den Moment nicht zu bekriegen. Viele Kreisläufe können erst dann durchbrochen werden, wenn man sie annimmt.

 
 

Wie kann ich mit meinen Emotionen umgehen?

Emotionen sind der Klebstoff des Lebens

Emotionen geben unserem Leben die nötige Farbe und Intensität. Ob wir Freude, Trauer, Wut oder Liebe empfinden, jede Emotion kann uns ein Gefühl von Lebendigkeit geben. Es ist wie mit Jemandem auf eine Reise zu gehen; man teilt eine Erfahrung. Nicht nur die Freude verbindet Menschen, sondern auch oder speziell tiefe Trauer. Es gibt keine guten oder schlechten Gefühle. Traurigkeit erlaubt uns Dinge zu verdauen, Wut gibt uns die Möglichkeit „Nein“ zu sagen und Scham erlaubt uns aus unseren Fehlern zu lernen.

 

Emotionen stellen erst dann ein Problem dar, wenn sie zu einem dauerhaften Zustand oder sogar einem Charakterzug werden und man Aussagen trifft wie: „Ich bin ein wütender Mensch.“ Kein Mensch ist nur wütend, traurig und auch nicht nur fröhlich geboren.

 

Wenn eine Emotion statisch ist, liegt dies an antrainierten Angstmustern aus unserer Vergangenheit. In diesem Falle fühlen wir uns eher getrennt von unserer Umgebung. Doch indem wir lernen unsere Emotionen frei fließen zu lassen, können wir durch sie ein tiefes Gefühl von Verbundenheit lernen.

 

Emotionen werden unerträglich, wenn wir versuchen sie zu kontrollieren

Oftmals denken wir, dass unsere Emotionen eine zerstörerische Kraft haben. Wir sehen unsere Emotionen wie eine unkontrollierbare Naturgewalt, die im Zweifel alles zerstören kann. Also erscheint es uns besser Sie zu kontrollieren und zurückzuhalten.

 

Es ist wohl so, dass Emotionen nicht kontrollierbar sind, doch sie müssen nicht zerstörerisch sein. Man kann sich unsere Emotionen wie einen Fluss vorstellen, der sich immer wieder einen neuen Weg bahnt, doch wenn dem Wasser der Weg versperrt wird, ist es nur eine Frage der Zeit, bis alles überflutet. Ironischerweise werden Emotionen zerstörerisch, wenn wir sie zurückhalten. Die Energie wird solange angestaut, bis man sie nicht mehr zurückhalten kann und alles entlädt sich in Form eines Wutausbruchs, einer Panikattacke, oder einem unendlichen Gefühl von Traurigkeit.

 

Emotionen lassen uns effektiver Handeln

Emotionen sind die treibende Kraft, um unsere Träume zu verwirklichen. Wenn wir in einer Depression stecken, sind wir antriebslos und unmotiviert. Depressionen sind nicht negative Gefühle zu haben, sondern keine.

 

Wir brauchen Emotionen um die nötige Energie frei zu setzten, um Dinge angehen zu können. Wir können Emotionen als den Treibstoff des Lebens bezeichnen. Sie bewegen uns nicht nur auf psychischer Ebene, sondern auch auf physischer. Sie machen uns kalt oder warm, lassen Tränen fließen oder geben uns einen Bewegungsdrang. Wenn wir lernen diese, im Körper freigesetzte Energie zu nutzen, gibt uns dies eine Antriebskraft und Motivation unsere Träume zu verwirklichen.